Blues, Rock & Boogie Keyboard M.-H. Galpérin
    Blues, Rock & Boogie Keyboard      M.-H. Galpérin    

About Blues & Boogie

1. Vom Worksong zum Blues

 

Der Blues hat seine Ursprünge in den Arbeitsliedern (Worksongs) und Spirituals der nordamerikanischen Sklaven. Ethnologen ist es letztlich zu verdanken, dass die Vorläufer  für die Nachwelt mit der aufkommenden Tonaufnahme- technik  konserviert wurden. Daraus und den Überlieferun- gen der Musiker konnte man die Entwicklung der Musik recht gut nachvollziehen. Die Verwandtschaft des Blues mit den frühen Worksongs und Spitituals ist unüberhörbar. Der Blues hat sich im Laufe der Zeit als ganz eigener Stil vollkommen von seinen Ahnen gelöst und wurde langsam zu dem was wir heute kennen.

 

Die musikalische Quelle von Worksongs oder Spirituals lag nach allem was wir heute wissen nicht in den meist afrikanischen Herkunfts-ländern der Sklaven. Der Blues ist also ein echter, gewachse- ner Bestandteil der nordameri- kanischen Musikkultur. 

 

Der frühe Blues war weniger nach bestimmten Tonarten oder Taktfolgen genormt. Die Musiker aus dieser Zeit haben ihren ganz persönlichen Stil gehabt; gesanglich über ihr Leben und von ihren Sorgen erzählt. Es kam häufig zu einem echten Dialog zwischen Zuhörern und Musiker. Ein Transportmittel von Emotio- nen für eine damals analpha-betische Zielgruppe.

 

 

2. Der Blues erobert den Norden

Wie auch die ersten Platten gut dokumentieren, hatte sich also eine große Vielfalt individueller Stile entwickelt.

 

Es gab eine ganze Reihe reisender Straßenmusiker, die sich zusätzlich bei kleinen Engagements ihre Cents verdienten. Unter ihnen nicht wenige behinderte Menschen, die hofften sich ihren Lebens-unterhalt erspielen zu können.

 

Diese Sänger, Gitarristen und Harpspieler kamen mit dem Zug (häufig als blinde Passagiere, sog. "Hobos") aus dem Süden in die nördlichen Staaten der USA. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich Musiker auf ihren Touren begegneten, sich gegenseitig inspirierten und über Auftrittsmöglichkeiten austauschten. Sie werden Freundschaften geschlos-

sen und Duos, Bands etc. gebildet haben.

 

Sie mussten um engagiert zu werden neben dem Blues auch andere populäre Songs wie eine Jukebox abrufen können; alles vom Ragtime bis zum Country usw. Also Allrounder, die es jedem Geschmack recht machen konnten. DEN Bluesmusiker gab es also nicht oder noch nicht. Dies ging

erst einher mit der Erfindung der Schallplatte und der Kommerzialisierung des Blues mit Beginn des 20. Jahrhunderts.

 

 

3. Der Blues bekommt Struktur

Die typische Formen als 12-, 8- taktige etc. Varianten haben sich wohl erst beim  Zusammenspiel mit anderen (Instrumenten) ergeben. Es klingt halt nicht besonders schön wenn der eine sich noch in E befindet, während der andere schon in A spielt :-)

 

Auch muss ein Blues nicht aus 3 Akkorden bestehen. Von ein- bis vielakkordigen Titeln gab es alles. Die Qualität der Musik hat nichts mit der Anzahl der Akkorde zu tun. Das trifft auf jeden Musikstil zu. Der große Reiz des Blues liegt darin sich in einer ganz individuellen musikalischen Form ausdrüc-ken zu können. Und der Improvisation, die grenzenlose Kreativität ermöglicht.

 

Der Blues prägte verschiedene Stilrichtungen aus. Die bekanntesten sind Country-Blues, Delta-Blues, Chicago-Blues oder Rhythm n Blues.  Auch der New Orleans-Stil bis zum Bayou sind mit Blueselementen versehen.

 

Rock, Rock n Roll und Elemente von Swing und Jazz sind auf den Blues zurückzuführen und wären ohne ihn nicht entstanden. Dies gilt auch für spätere Abkömmlinge wie Soul, Pop oder Hip Hop.

 

"The Blues are the roots and the other musics are the fruits" (Willie Dixon).

 

 

 

 

4. Der Blues findet das Piano

 

Wie kommt nun diese Musik zum Klavier? Zunächst: Die Gitarre war natürlich für Wandermusiker das ideale Instrument. Das Klavier war teuer, schwer und nicht an jeder Straßenecke verfügbar. Es gab aber vor allem in den Städten Nordamerikas viele Ecken in denen Klaviere standen und die auch der Unterhaltung dienten. In Großstädten sowieso. Und damit wurde der Blues auch für Pianisten interessant. Übrigens standen Klaviere auch in afroamerikanischen Haushalten - dienten allerdings dort zur Begleitung religiöser Lieder. So gab es eine ganze Reihe recht guter afroamerikanischer Pianisten, die meist eine fundierte Ausbildung hatten. "Big Joe Duskin" hatte einmal davon berichtet, wie er mehrfach von seinem Onkel - einem Priester - versohlt worden war, wenn er mal wieder das Hausklavier zu seinen Boogieproben "missbraucht" hatte und sich dabei erwischen ließ. Dieser Stil galt nämlich in den oberen Schichten als unanständig ("Devils Music"). Eine Haltung, die sich später beim Rock n Roll wiederholen sollte.

 

Nun haben diese Pianisten Gitarrenriffs auf das Piano übertragen woraus sich dann ab ca. 1910 eigenständige Stile bis hin zum artistischen Boogie Woogie als eine Art tanzbarer schneller Blues entwickelten. Es entstanden sog. "Szenen"; man kannte sich. Zum Teil wohnten die Pianisten sogar in einer flat. Dem Siegeszug stand nichts mehr im Wege.

 

 

 

Die Delta-Blues Gitarren entstanden aus Kostengründen im Eigenbau, wobei Zigarrenkisten als Korpus verwendet wurden. Sie hatten meist 3 Saiten und wurden mit einem Bottleneck in offener Stimmung gespielt. Eigenbau MHG

5. "From Spirituals to Swing" 1938/39

Zu den absoluten Höhepunkten des Genres zählen die von John Hammond 1938 / 39 organisierten "From Spirituals To Swing" -Konzerte in der New Yorker Carnegie Hall. Er machte die Bluesmusiker Ida Cox, Sonny Terry, James P. Johnson, Big Bill Broonzy und Big Joe Turner einem breitem Publikum bekannt.  Die wirklich unübertroffenen Pianisten Albert Ammons, Pete Johnson und Meade Luxemburg Lewis hinterließen hier die Aufnahmen, die den Boogiestil für immer prägen sollten. Dieser Stil war kommerziell äußerst erfolgreich, auch weil der Tanz "Boogie-Woogie-Dance-Step" in Mode kam. Dies sprach sich herum und alle möglichen Musikformationen wandten sich diesem Stil zu. Es muss ein unglaublicher Hype gewesen sein, wie sie jede Generation für ihre Musik begeistert entwickelt. Parallel kamen Swing-Bands auf und sorgten für hochkarätige Unterhaltung.

 

Die nächste Stilabspaltung von Blues n Boogie stand schon bevor. In den 1950ern bereits erschienen Chuck Berry mit dem Blues n Boogie-Pianisten Johnnie Johnson auf der Bühne und erfanden den Rock n Roll. Die musikalische Revolution des Boogie setzte sich fort. Berry war auch ein ganz hervorragender Bluessinger, zeigte diese Seite aber so gut wie nie.

 

6. Blues n Boogie erobern Germany

Der Pianist Leopold von Knobelsdorff war in Deutschland sozusagen der Pionier des Boogie-Pianos. Mit seiner 1964 gegründeten "Boogie Woogie Company" (Ali Claudi g, Heinz Grah b, Kalle Hoffmeister dr) brachte "Leo" den Pianoboogie und Blues in einer sehr individuellen Spielart vor das deutsche Publikum. In den 1970er Jahren entwickelte sich um die Hamburger Pianisten Vince Weber, Axel Zwingenberger und Hans-Georg Möller die Keimzelle der Pianisten - Szene. Der deutsche Pianoblues n Boogie eroberte in dieser Zeit sehr erfolgreich Säle, Bühnen, Plattenteller, Radio und Fernsehen. Pianisten touren bis heute durch die Lande. Es gibt eine ganze Reihe junger PianospielerInnen, die diese Tradition fortführen. Der alte Blues & Boogie ist also sehr agil und wir müssen uns um seine künftige Existenz keine Sorgen machen.

 

Wer hätte gedacht, dass der lange Weg des Blues von den südlichen Plantagen der USA  nach Hamburg, Bremen, Köln bis Paris und Wien führen sollte. Diese Globalisierung des Blues brachte gerade in Deutschland und Österreich Talente hervor, die einen Vergleich mit ihren Vorbildern in den USA nicht scheuen müssen. Die Szene hier ist lebendig, kreativ und vielfältig; auch weil Axel Zwingenberger

junge Talente fördert.

 

 

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Boogie n Blues will never die

About Blues & Boogie    

1. From Worksong to Blues

The Blues has its origins in the worksongs and spirituals of the North American slaves. We have to be thankful to all the ethnologists who made a lot of original recordings of this music with the upcoming recording technology in these early times. From this tracks and the traditions of the musicians one could understand the development of the music quite well. The affinity of the Blues with the early Worksongs and Spitituals is unmistakable. Over the years, the blues have completely disassociated themselves from their ancestors as their own style and slowly became what we know today as Blues.

The musical source of worksongs or spirituals lay, according to everything we know today, not in the mostly African countries of origin of the slaves. The blues is thus a real, grown-up component of North American musical culture.

The early blues were less standardized by certain keys or clock sequences. The musicians of that time have had their own personal style; talking about her life and her worries. It often came to a real dialogue between listeners and musicians. A vehicle of emotions for a then analpha-betian target group.

 

2. The Blues conquers the North

As the first records well shows, a wide variety of individual styles developed over the years.


There were a number of traveling street musicians who also earned their cents on small engagements. Among them, not a few disabled people, hoping to earn their living.

These singers, guitarists and harp players came by train (often as stowaways, so-called "hobos") from the south to the northern states of the USA. And it is very likely that musicians met on their tours, inspired each other and exchanged on performance opportunities. They had made friends and formed Duos, Dands etc.

They had to get involved in addition to the blues and other popular songs like a jukebox; everything from ragtime to country. So all-rounder, who could please any taste. The typical "Blues Musician" was not or not yet on the scene. This went only with the invention of the record and the commercialization of blues at the beginning of the 20th century.

3. The Blues gets Structure

The typical shapes as 12-, 8-to the bar and other variants have probably emerged when the interaction with other instruments became necessary. It does not sound very nice when one musician is playing  still in E, while the other is playing already in A :-)

But, a blues does not have to consist of 3 chords. From one-to-many-chordal titles exists everything. The quality of the music has nothing to do with the number of chords. This applies to every style of music. The great charm of the Blues lies in being able to express oneselve in a very individual musical form. And the improvisation that allows limitless creativity.

The blues influenced different styles. The best known are Country Blues, Delta Blues, Chicago Blues or Rhythm n Blues. Even the New Orleans style up to the Bayou includes blues elements.

Rock, rock n roll and elements of swing and jazz are due to the blues and would not have been created without it. This also applies to later descendants such as Soul, Pop or Hip Hop.

"The Blues are the roots and the other musics are the fruits" (Willie Dixon).

4. The Blues finds the Piano

How does this music come to the piano? First: The guitar was of course the ideal instrument for traveling musicians. The piano was expensive, heavy and not available on every corner of the street. But especially in the cities of North America, there were many places in which pianos stood and which were used for entertainment. In big cities anyway. And so the blues became interesting for pianists too. Incidentally, pianos were also in African American households - but served there to accompany religious songs. So there were quite a few pretty good African-American pianists, most of them learned to play the piano. "Big Joe Duskin" had once reported how he had been spanked several times by his uncle - a priest - once he had "abused" the house piano for his boogie rehearsals and got himself caught. This style was considered in the upper layers as indecent ("Devils Music"). An attitude that should be repeated later to rock n roll music.

Now, these pianists have transferred guitar riffs to the piano, which from about 1910 developed their own styles to the artistic boogie woogie as a kind of danceable fast blues. The result were the so-called "scenes"; one knew each other. It was told, the pianists even lived in one flat. The triumphal march of the music was unstoppable.

 

 

 

5. "From Spirituals to Swing" 1938/39

Among the highlights of the genre are the "From Spirituals To Swing Concerts" organized by John Hammond in 1938/39 at New York's Carnegie Hall. He introduced the blues musicians Ida Cox, Sonny Terry, James P.  Johnson, Big Bill Broonzy and Big Joe Turner to a wide audience. The truly unsurpassed pianists Albert Ammons, Pete Johnson and Meade Luxemburg Lewis left the recordings that should forever mark the boogie style. This style was extremely commercially successful , also because the dance "Boogie-Woogie-Dance-Step" came into fashion. This became famous  and all sorts of music formations turned to this style. It must have been an incredible hype, as each generation evolved enthusiastically for their music. At the same time, swing bands arrived and provided top-class entertainment.


The next style split of Blues n Boogie was already approaching. In the 1950s, Chuck Berry appeared on stage with Blues n Boogie Pianist Johnnie Johnson and invented the Rock n Roll. The musical revolution of the Boogie continued. Berry was also a very outstanding Bluessinger, but showed this site as good as ever.

6. Blues 'n Boogie conquer Germany

The pianist Leopold von Knobelsdorff was, so to speak, the pioneer of the boogie piano in Germany. With his in 1964 founded "Boogie Woogie Company" (Ali Claudi g, Heinz Grah b, Kalle Hoffmeister dr) brought "Leo" the piano oboe and blues in a very individual style in front of the German audience. In the 1970s, Hamburg pianists Vince Weber, Axel Zwingenberger and Hans-Georg Möller developed the nucleus of the pianist scene. The German Pianoblues n Boogie conquered in this time very successfully halls, stages, turntables, radio and television. Pianists are still touring the country. There are a number of young piano players who continue this tradition. The old Blues & Boogie is so agile and we have to worry about his future existence.


Who would have thought that the long journey of the blues should lead from the southern plantations of the US to Hamburg, Bremen, Cologne to Paris and Vienna. This globalization of the blues has created talents in Germany and Austria. They have made really wonderful records in the sense of the origin pianists in the US. The scene in Germany is alive, creative and diverse; also because Axel Zwingenberger
promotes young talents.

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Boogie n Blues will never die

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